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Es scheint, als ob überhaupt keine Materialien frei lizenziert sind, denn "online verfügbar" und "Downloads kostenlos" treffen keine Aussage über den rechtlichen Status (ergo: alle Rechte vorbehalten, restriktiv lizenziert); die NC-Klausel bei Creative Commons macht die Lizenz unfrei; "kostenlos für ehrenamtliche Lehrkräfte" ist schlecht für hauptamtliche Lehrkräfte und Kostenlosigkeit nützt nichts, wenn man Veränderungen vornehmen möchte; der Rest ist ganz ohne brauchbare Angabe. Ein sehr trauriger Stand der Dinge.

Dass die hier zu sehende Situation traurig ist, sehe ich auch so.
Unser Anspruch im ZUM-Wiki ist es eigentlich, OER-Materialien für den (vor allem ehrenamtlich gegebenen) Deutsch-Unterricht mit Flüchtlingen zu präsentieren. Da es aber leider nur wenige eindeutige OER-Materialien gibt bzw. vor einigen Monaten gab, haben wir zunächst das aufgegriffen, was sich dennoch sinnvoll im Unterricht nutzen lässt, insbesondere wenn es sich um den Unterricht ehrenamtlicher Lehrkräfte handelt, denen nur geringe oder gar keine materiellen Mittel für ihren Unterricht zur Verfügung stehen.
Als Ehrenamtlicher, der keine kommerziellen Interessen verfolgt, kann ich ja durchaus Materialien nutzen, die zwar nicht OER, aber "kostenlos für ehrenamtliche Lehrkräfte" und dergleichen sind.
Erfreulich ist, wenn es immer mehr OER-Materialien gibt. Das kann dazu beitragen, dass wir nicht mehr auf nur eingeschränkt nutzbare Materialien hinzuweisen brauchen. - Bis dahin dienen die entsprechenden Hinweise dazu, den Benutzern deutlich zu machen, dass die CC-BY-SA-Lizenz, die für Beiträge in ZUM-Willkommen grundsätzlich gilt, leider nicht unbedingt für das gilt, worauf hier verwiesen wird.
Gruß --Karl Kirst (Diskussion) 18:44, 4. Okt. 2016 (CEST)
PS: Warum sind diese Materialien unter der für Texte ungewöhnlichen GNU Affero GPL veröffentlicht und nicht unter einer CC-Lizenz?
Kommt natürlich auf die konkrete Nutzung an. Wenn es um Ausdrucke in größerer Stückzahl geht, müsste man alle Exemplare verschenken und die Kosten selbst tragen, weil eine Kostenbeteiligung der Empfänger oder die Entrichtung einer Schutzgebühr nicht mehr kostenlos ist. Auch darf man die Materialien nicht auf die eigene Webseite packen, wenn dort z.B. Werbung geschalten ist oder es sich um eine kommerziell betriebene Plattform handelt. Insofern verhindern die Autoren solcher Werke durch ihre Lizenzwahl diverse Nutzungsszenarien. Was sie damit erreichen wollen, erschließt sich mir nicht -- sie hoffen wohl insgeheim, dass ihnen irgendwann ein Verlag einen Exklusivvertrag dafür anbietet, wofür sie die Materialien dann aus dem Netz depublizieren und am Verkauf über den Verlag beteiligt werden.
Da ich tendenziell gerne Print on Demand machen wollen würde, weil mir der eigene Drucker zu teuer und zu zeitaufwändig für höhere Stückzahlen ist (ich außerdem keine gute Bindung bekomme) sowie in den Schulungsräumen kein brauchbares Internet zur Verfügung steht, ist das alles wenig hilfreich für mich. Auch wäre denkbar, anderen Lehrern die Materialien zur Bestellung gleich einzurichten, damit sie sich nicht die Mühe machen müssen, das entsprechend zu konfigurieren. Abgesehen von der Auflage der Kostenlosigkeit sind Ehrenamtliche auch oft in der einen oder anderen Form organisiert, und wenn die Organisation Spendengelder entgegennimmt oder sonst etwas mit Geld macht, ist eine Nutzung von NC-Materialien in einem solchen Kontext ebenfalls nicht unbedenklich.
Ich persönlich sehe die kommerzielle Verwertbarkeit recht positiv, weil sie einen Anreiz für den Verbreiter schafft, die Werke über Kanäle zu verbreiten, in welchen es ohne Geld nicht geht. Da die Empfänger auch in diesem Fall alle Rechte eingeräumt bekommen, ist daran nichts verwerfliches, im Gegenteil: das Werk ist vielleicht für mehr Leute nutzbar, die diese Option anderenfalls gar nicht erst gehabt hätten.
Klar, die reine Verlinkung ist völlig in Ordnung, da sie mit dem Einverständnis der Rechteinhaber vorgenommen wurde. In anderen Fällen dürfte man nicht mal mehr richtig zitieren dank der tollen Rechteverwerter-Mafia und ihrer Lobby!
Die GNU AGPL habe ich gewählt, weil sie im Gegensatz zu den CC-Lizenzen erzwingt, dass auch jeder, der ein gedrucktes Exemplar erhält oder erwirbt, das Recht hat, vom Verbreiter den "Quellcode", in dem Fall die Quelldokumente (auf Basis welcher gedruckt wurde) zu erhalten. Es bringt nichts, wenn das Werk nur theoretisch frei veränderbar ist, aber man in der Praxis nur das bedruckte Papier oder PDFs hat, von denen man Scans oder neue Ausdrucke machen kann, aber die Veränderbarkeit durch technische Zwänge ausgehebelt wird. Gleiches soll gelten für PDFs, die online abgestellt werden, hier müssen die Quelldokumente ebenfalls auf Anfrage oder per Verlinkung zugänglich gemacht werden. Wenn jemand die Unterlagen unverändert weitergibt, reicht die bereits von vornherein angebrachte Verlinkung, bei der Weitergabe eines abgeleiteten Werks müssen den Empfängern die veränderten Quelldokumente auf Anfrage oder per Verlinkung zur Verfügung gestellt werden. Die CC-Lizenzen scheren sich um dieses Problem nicht großartig, denn bei einem Foto wird das Foto auch gleich im primären Format der Bearbeitung weitergegeben. Bei Musik, Text, Videos (nicht rein aufgenommenen, sondern selbst gerenderten) und erst recht Software sieht das aber anders aus, da kann man die theoretisch garantierte Freiheit durch die Praxis leicht aushebeln.